Zonengrenz-Museum Helmstedt
Die Nachkriegsgeschichte des Landkreises Helmstedt wurde geprägt durch die ehemalige innerdeutsche Grenze. Auf rund 100 Kilometern riegelte sie für Jahrzehnte auch das Gebiet des Landkreises Richtung Osten ab, trennte Verwandte, Nachbarn und Freunde. Wo sich heute Wald und Felder sowie zahlreiche Verkehrswege befinden, endeten bis 1989 Wege und Straßen an Betonmauern, Stacheldraht und Minenfeldern. Nur wenige Übergänge gewährten einen Durchlass durch das immer hermetischer abgeriegelte Sperrsystem. Zu ihnen gehörte bis zur Gebietsreform in den 1970er Jahren neben den Bahnübergängen bei Helmstedt und Oebisfelde und dem weltberühmten Autobahnübergang Helmstedt/Marienborn auch der Grenzkontrollpunkt am Mittellandkanal. Seit der Grenzöffnung und der Wiedervereinigung Deutschlands 1989/90 ist die alles nur noch Geschichte.
Das Zonengrenz-Museum Helmstedt präsentiert in fünf Abteilungen anhand von Originalobjekten, Fotografien, Ausstellungstafeln, Modellen und Filmen die Geschichte der ehemaligen Grenze im Bereich des Landkreises Helmstedt.
Der Darstellung der historischen Abläufe folgen Informationen über Aufbau und Aussehen der Grenzanlagen. Ein Modell, aber auch originale Bestandteile des Zaunes vermitteln einen unmittelbaren Eindruck von der Unüberwindbarkeit der Sperranlagen. Eine heimlich selbst gebaute Leiter, mit der die Flucht von Ost nach West geglückt ist, beweist, dass sich immer wieder Menschen auf den gefahrvollen Weg in die Freiheit begeben haben. Aber die Grenze hatte auch wirtschaftliche Auswirkungen. Nicht nur das Verkehrsnetz wurde durch die Sperrung zahlreicher Straßen und Schienenwege unterbrochen, sondern auch geschäftliche Verbindungen zerschnitten. Betriebe verloren ihre Filialen, Absatzmärkte und Arbeitskräfte auf der jeweils anderen Seite der Grenze. Besonders schwierig wurden Energieversorgung und Braunkohleabbau im nun geteilten Großbetrieb.
Symbole für die Aufrechterhaltung der Verbindungen zwischen West und Ost, zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Berlin, wurden der ausgebrannte Bus an der Bundesstraße 1 und der amerikanische Militärzugbegleitwagen auf der Bahnstrecke zwischen Helmstedt und Berlin.
Der berühmte Grenzübergang Helmstedt/Marienborn wird durch ein großes Modell dargestellt. Hier bildeten sich nicht nur während der Jahre der Trennung lange Autoschlangen, sondern auch, als die Grenze im November 1989 wieder geöffnet wurde. Fotografien erinnern nicht nur an diese ersten Tage der Freude, sondern dokumentieren auch die Veränderungen, die sich daran angeschlossen haben.
Im Untergeschoss des Museum erinnern originale Objekte sowie Text- und Fototafeln eindringlich an die unmittelbaren Nachkriegsjahre von 1945 bis 1952 im Landkreis Helmstedt. Hier stehen Nachkriegselend, Verzweiflung und Mangel neben Aufbauwillen und Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Immer wieder haben sich Kunstschaffende mit der Grenze befasst. Die Abteilung Grenzkunst präsentiert Werke aus ehemals Ost und West, die sich, gegenständlich bis abstrakt, ernst oder satirisch mit dem Thema auseinander setzen. In diesem Ausstellungsbereich werden auch ständig wechselnde Sonderausstellungen präsentiert.
Der Eintritt ins Zonengrenzmuseum ist kostenfrei!
Nach Abschluss des Grundlagenvertrages wurde die Bezeichnung „Zonengrenze“ ab 1972 durch das neutrale „Grenze“ ersetzt. © Zongengrenz-Museum Helmstedt529 KB - 2576x1932
Folgende Führungen sind auf Anfrage möglich, telefonisch unter Tel. 05351 5239723 oder 05351 121-1441, per E-Mail unter museen@landkreis-helmstedt.de:
1. Führung im Zonengrenz-Museum Helmstedt, Kreis- und Universitätsmuseum Helmstedt oder in der Ehemaligen Universitätsbibliothek, Zeit: jeweils 45 min, Preis: 40,00 €
2. Hausführung durch das Juleum zur historischen und baugeschichtlichen Bedeutung, Zeit: 60 min, Preis: 50,00 €.
3. Hausführung durch das Juleum einschließlich Kreis- und Universitätsmuseum Helmstedt, Turm und Ehemalige Universitätsbibliothek, Zeit: 90 min, Preis: 75,00 €.
Karte
| Zonengrenz-Museum Helmstedt | |
| Südertor 6 38350 Helmstedt Telefon: +49 5351 121-1474 Telefax: +49 5351 121-1627 E-Mail: museen@landkreis-helmstedt.de | Neue Öffnungszeiten ab Januar 2025: Dienstag 14:00 - 17:00 Mittwoch 10:00 - 17:00 Donnerstag 14:00 - 17:00 Freitag 14:00 - 17:00 Samstag 10:00 - 17:00 Sonntag 10:00 - 17:00 Eintritt frei Führungen nach Absprache |

