Um einen rechtssicheren Vollzug zu gewährleisten, beinhaltet die Allgemeinverfügung strenge Einschränkungen. So darf der benannte Wolf erst dann entnommen werden, wenn er nach Inkrafttreten der Allgemeinverfügung Weidetiere unter Überwindung von zumutbarem Herdenschutz gerissen hat. Daneben dürfen für die Aufzucht der Welpen erforderliche Elterntiere bis zum Ablauf des 30. Juni 2025 nicht getötet werden.
Auch wenn die Wiederansiedlung des Wolfes ein großer Erfolg für den Naturschutz ist, bedeutet dies aber auch große Probleme für die Weidetierhalter. Die Entnahme eines rissverursachenden Wolfes kann dabei immer nur das letzte Mittel sein. Anzustreben ist dagegen die Vermeidung von Nutztierrissen.
Wölfe ernähren sich überwiegend von Wildtieren wie Rehen, Hirschen und Wildschweinen. Sie sind Opportunisten und suchen nach Beute, die mit möglichst geringem Aufwand erjagt werden kann. Ungeschützte Weidetiere sind für Wölfe deutlich leichter zu erlegen als Wildtiere, weshalb Herdenschutzmaßnahmen wichtig sind, um Angriffe zu verhindern und Wölfe nicht erst lernen, Nutztiere als Beute anzusehen. Der Landkreis Helmstedt fordert Weidetierhalter daher eindringlich auf, Herdenschutzmaßnahmen zu ergreifen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Landesregierung die Anschaffung von Elektrozäunen und Herdenschutzhunden finanziell unterstützt.
Elektrozäune sind besonders effektiv, wenn sie vollständig elektrifiziert sind. Stromlitzen sollten bereits auf einer Höhe von 20 cm angebracht werden, um Wölfen bereits beim Untersuchen des Zauns zur Abschreckung einen Stromstoß zu versetzen. Entsprechende Zäune, die mindestens 90 bis 106 cm hoch sind, können Wölfe abhalten. Da Wölfe gute Kletterer sind, empfiehlt sich eine elektrische Litze oben am Zaun. Um das Untergraben zu verhindern, kann auch eine Stromlitze in 20 cm Höhe vor dem Zaun angebracht werden. Die Herdenschutzmaßnahme muss jedoch immer an die jeweilige Weidefläche angepasst werden.
Herdenschutzhunde sind speziell gezüchtete Hunde, die Herden vor Beutegreifern schützen. Sie werden früh ausgebildet, wachsen eng bei den Tieren auf und verteidigen die Herde durch Bellen und auch durch Angriffe. Gut ausgebildete Herdenschutzhunde bleiben innerhalb der Zaunanlage und greifen nur bei Bedarf an, um Wölfe abzuschrecken. Ihre Anwesenheit sorgt in der Regel dafür, dass Wölfe die Herde meiden.
Herdenschutzmaßnahmen können Konflikte zwischen Wölfen und Nutztierhaltern minimieren und fördern damit die Akzeptanz für freilebende Wölfe.
Alle Informationen zu Anforderungen an den Herdenschutz sowie die Antragsunterlagen und eine Ausfüllhilfe finden Sie auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer Niedersachsen unter: www.landkreis-helmstedt.de/richtlinie-wolf .
Antworten auf praktische Fragen zur wolfssicheren Ausführung von Weidezäunen gibt die kostenlose Broschüre „Sichere Weidezäune“ der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung unter: www.landkreis-helmstedt.de/wolfsschutzzaun.
Für Rückfragen steht die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis Helmstedt unter naturschutzbehoerde@landkreis-helmstedt.de gerne zur Verfügung.

