„Sogar ganze Familien arbeiten inzwischen hier“, berichtet die stellvertretende Standortleiterin Joelle Missun. Das Rekrutierungsbüro, das es zu Beginn in der Helmstedter Innenstadt gab, brauche Amazon nicht mehr. Denn dass der Online-Händler vielen Menschen eine echte Chance bietet, hat sich herumgesprochen. „Wir bekommen deutlich mehr Bewerbungen, wir müssen nicht mehr so stark suchen, aber auch dieses Jahr stellen wir noch rund 40 Menschen ein“, so Joelle Missun.
Der Zulauf liegt laut Amazon nicht nur am Einstiegslohn von 15,80 Euro und bald mehr als 16 Euro pro Stunde für jede und jeden (über 18 Euro nach 2 Jahren). Auch Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund bietet der Versandhändler Aufstiegschancen und hilft auch nach der Einstellung weiter, etwa mit kostenfreien Sprachkursen. Aber auch die Finanzierung des LKW-Führerscheins ist attraktiv für viele Bewerberinnen und Bewerber. „Diese Zusatzleistungen sind ein wichtiger Beitrag zur Integration, für den wir dankbar sind“, so Landrat Radeck.
Bei dem Informationsgespräch zwischen Kreisverwaltung und dem Amazon-Management ging es aber auch um kritische Fragen. Beim Thema „wildes Parken von Lastwagen“ rund um das Logistikzentrum sagte Amazon zu, bereits im Januar mit dem Bau von 40 neuen LKW-Parkplätzen zu beginnen, davon 20 mit Ladeinfrastruktur ausgestattet. Hinzu kommen sanitäre Einrichtungen für die Fahrer, die auf Abfertigung warten oder beim Stopp in Barmke ihre Ruhepause einlegen wollen.
„Das wird sicher nicht alle Probleme beseitigen, aber es ist ein Anfang und ich finde es sehr vorbildlich, wie Amazon sich einbringt und hilft, Konflikte zu lösen. Das und der deutliche Aufwuchs von Arbeitsplätzen zeigt: Amazon ist im Landkreis angekommen und hier zu einem wichtigen Faktor geworden“, so Gerhard Radeck.
Auch von der Leistungsfähigkeit des Logistikzentrums nach nur drei Jahren zeigt sich Radeck bei einer Führung durch die Halle beeindruckt. 300 LKW- Ladungen - ca. 3 Millionen Waren - täglich werden hier dank modernster Technik umgeschlagen, die Produkte verbleiben im Schnitt nur vier Stunden im Verteilzentrum in Barmke, bevor sie weitertransportiert werden an die Auslieferungslager, von denen es zum Kunden geht.
Die meisten der mehr als 2000 Mitarbeitenden kommen übrigens mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Amazon würde sich daher über noch mehr Buslinien zum Standort freuen. Das konnte Landrat Radeck nicht zusagen, aber: Trotz der Debatte um Einschnitte im regionalen ÖPNV soll an den bisherigen Linien nach Barmke nicht gerüttelt werden.
Amazon-Ansiedlung entwickelt sich weiter positiv für den Landkreis
Amazon-Ansiedlung entwickelt sich weiter positiv für den Landkreis
Drei Jahre nach der Eröffnung informierte sich Landrat Gerhard Radeck über die Entwicklung des Amazon-Standorts in Barmke. Das Verteilzentrum bietet inzwischen mehr als 2000 Menschen einen Job – Tendenz immer noch steigend.
Meldung vom 21.10.2025
