Landrat Gerhard Radeck begrüßte die Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Naturschutz und Verwaltung. Wie im Vorjahr waren der Austausch zu verschiedenen Gesichtspunkten der Energiewende und das Knüpfen von Kontakten die Ziele der Veranstaltung.
Heiße Tage, Dürren, Einschränkungen der Binnenschifffahrt, schlechtere Ernten, Trinkwassermangel, Flächen- und Waldbrände, Starkregen, Hochwasser und Stürme sind die wahrnehmbaren Folgen des Klimawandels. Hauptursache hierfür ist der enorme Anstieg der im Zeitalter der Industrialisierung durch den Menschen erzeugten Treibhausgase.
„Wir alle müssen gemeinsam die Energiewende vollziehen. Zur Erhaltung der Lebensbedingungen, zur Erhaltung der Sicherheit und als Antreiber für Innovation, Forschung und Wirtschaft“, sagte Landrat Gerhard Radeck in seiner Begrüßung. Energie soll in Zukunft sicher, sauber und bezahlbar sein.
Verbandsdirektor Ralf Sygusch vom Regionalverband Großraum Braunschweig berichtete von den Planungen zur Flächennutzung in der Region. Er ging hierbei auf die Problemstellungen bei den Ausweisungen von Flächen für regenerative Energieproduktion ein und zeigte die aus Flächenkonkurrenz entstehenden Folgen auf, wenn keine entsprechende Planung erfolgen würde.
„Keep it in the ground – lasst es im Boden“ sagte Prof. Dr. Joachim Kuck von der Ostfalia Hochschule, als er deutlich machte, dass der weltweite Verzicht von Förderung fossiler Rohstoffe die Verstärkung des Treibhausgaseffektes stoppen könne. Alternativ sei die Rückversenkung des fossilen Kohlenstoffs in die Erdkruste möglich. Erneuerbare Energien sind die Lösung des entstehenden Energieproblems, wenn das Kohlenstoffproblem gelöst wird.
So erklärte Dr. Sarah Kajari-Schröder für die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen, wie das Land per Gesetz seit dem letzten Jahr den Kommunen zu finanziellen Erträgen verhilft, die wiederum nicht für Pflichtaufgaben verwendet werden dürfen, sondern vor Maßnahmen, von denen die Bürgerinnen und Bürger direkt profitieren. So soll die Akzeptanz der Flächennutzung zur Energieproduktion in der Bevölkerung erhöht werden.
Der Landkreis Helmstedt hat seine Leistung aus Photovoltaik produzierter Energie gegenüber dem Vorjahr um 20% erhöht.
Dass man den Zuwachs erzeugter Energie effizient speichern kann, zeigte Benedikt Deuchtert von der Firma Kyon Energy und berichtete über das Projekt des Batteriegroßspeichers am Umspannwerk Helmstedt. Er sprach von einer gelebten Energiewende in Helmstedt und lobte die Aufgeschlossenheit gegenüber Vorhaben der elektrischen Infrastruktur bei allen Beteiligten.
Auf den Beitrag von Martina Schulz-Zentner von der Firma Ontras Gastransport war nicht nur der Moderator des Forums, Fabian Degen sehr gespannt. Denn sie berichtete über das Wasserstoff-Kernnetz in Deutschland und den Bau der Wasserstoffleitung von Leipzig nach Salzgitter, die auch durch den Landkreis Helmstedt führen wird. Dies ist für den Landkreis Helmstedt als Teil der HyExpert-Wasserstoffregion SüdOstNiedersachsen von großem Interesse, da sich hier sehr interessante Synergien aufzeigen.
So war das zweite Erneuerbare Energien Forum ein weiterer Schritt für den Landkreis, sich von der fossilen Energieregion zur nachhaltigen Energieregion zu entwickeln. Und alle waren sich einig, dass es eine gelungene Veranstaltung war, die sicherlich nicht die letzte ihrer Art in Helmstedt gewesen ist.

