Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Grünes Band im Landkreis Helmstedt startet transnationales Kooperationsprojekt mit Lettland.
In dieser Woche begrüßte die LEADER-Region „Grünes Band im Landkreis Helmstedt“ drei Regionalmanagerinnen aus Lettland zu einem mehrtägigen Anbahnungstreffen. Die Kolleginnen von drei lettischen LEADER-Regionen aus Selonien waren gekommen, um gemeinsam den Grundstein für ein transnationales LEADER-Kooperationsprojekt mit dem Titel „Stender Code – Auf den Spuren der europäischen Aufklärung“ zu legen.
Im Mittelpunkt des Austausches stand der Aufklärer Gotthard Friedrich Stender, der in Lettland als bedeutende historische Persönlichkeit bekannt ist. Er lebte mit seiner Familie nur für wenige Jahre in unserer Region und ist seitdem weitgehend vergessen. Ziel des Projektes „Stender Code“ ist es, den in Lettland jedoch hoch angesehenen „alten Stender“ auch bei uns wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und sein kulturelles Vermächtnis einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
An dem Austausch beteiligten sich Vertreterinnen folgender lettischer LEADER-Partnerregionen:
- Aizkraukles Rajona Partneriba
- Vidusdaugavas NVO centrs
- Partneriba Kaimini
Doch weshalb sollte man sich einer Persönlichkeit widmen, deren Leben so lange zurückliegt? Der Grund dafür bestehe in seinem “Higher Wisdom”, wie Santa Šmite, eine der drei lettischen Regionalmanagerinnen, ausführte. In Zeiten, wo sich das Denken vieler Menschen weltweit einenge und Lügen oft wirkmächtiger würden als die Wahrheit, sei jetzt der rechte Zeitpunkt, ein Gegenangebot zu machen und offen, weit und kreativ zu denken und zu handeln.
Im Rahmen des gemeinsamen Projektworkshops arbeiteten die deutschen und lettischen Partnerregionen intensiv an den inhaltlichen Grundlagen des europäischen Kooperationsprojektes. Dabei wurden Projektbausteine definiert, die jeweils in Lettland und Deutschland umgesetzt werden sollen, sowie gemeinsame Maßnahmen entwickelt. In
weiteren Arbeitseinheiten wurden diese Maßnahmen konkretisiert und erste Zeitpläne abgestimmt.
Der fachliche Austausch wurde durch Besuche von Wirkungsorten Gotthard Friedrich Stenders in Helmstedt und Königslutter am Elm ergänzt. Martin Lehmann zeigte im Stadtarchiv einen originalen Zeitungsbeitrag Stenders aus dem Jahr 1759. Mike Reich lud als Direktor des paläon Forschungsmuseums nach Schöningen und Helmstedts Erster
Stadtrat, Henning-Konrad Otto, führte sie am Lappwaldsee in die touristische Zukunft des Planungsverbands ein.
Im nächsten Schritt sollen Fördermittel über das LEADER-Programm beantragt werden. Als nächstes Highlight erfolgt voraussichtlich im Sommer der Gegenbesuch einer deutschen Delegation nach Lettland. Vielleicht ergibt sich daraus auch eine neue Städtepartnerschaft mit der Stadt Helmstedt, freute sich Dr. Joachim Scherrieble, Vorsitzender des Helmstedter Vereins für Städtepartnerschaften und internationale Begegnungen, der am Abschlusstreffen im Kloster Ludgeri teilnahm.
