Fachkräftemangel, immer mehr Pflegebedarf: Die Herausforderungen sind heute schon immens. Und sie werden immer größer. Um dies zu verdeutlichen aber auch Lösungen zu finden, wurde zur örtlichen Pflegekonferenz eingeladen. Vertreterinnen und Vertreter unter anderem aus Pflegeeinrichtungen, des Medizinischen Dienstes, der Krankenkassen, von pflegenden Angehörigen und der Pflegefachschulen waren gekommen, um gemeinsam einen Blick auf die aktuelle Situation der Pflege im Landkreis und auf zukünftige Entwicklungen zu werfen.
Zunächst stand die Wahl des neuen Vorstandes an. Stefanie Weinert wurde erneut zur Vorsitzenden gewählt, ihre gleichberechtigten Vertreterinnen sind Rabea-Katharina Schnittger vom AWO Wohn- und Pflegeheim Königslutter sowie Martina Redlin-Rückert vom Altenpflegeheim Haus der helfenden Hände. „Wir freuen uns auf eine konstruktive und interessante Zusammenarbeit und nehmen das Amt gerne an“, erklärte Stefanie Weinert, ehe sie zum ersten Vortrag der Konferenz überleitete.
Ein gelungener Auftakt: Zahlen, Fakten und Perspektiven
Den Auftakt der Vorträge machte die Vorstellung des örtlichen Pflegeberichts durch Silviya Koleva, welcher auf großes Interesse stieß. Die präsentierten Daten und Analysen machten deutlich, wie vielfältig die Pflegelandschaft im Landkreis ist – und aber vor allem, wo die Probleme liegen. Von steigenden Pflegebedarfen über den Fachkräftemangel bis hin zu innovativen Versorgungsformen wurde nichts ausgelassen. Besonders positiv fiel auf, dass der Bericht nicht nur Problembeschreibungen lieferte, sondern konkrete Handlungsansätze aufzeigte. „Wir werden immer weniger und immer älter. Nur wer die Zahlen kennt, kann die richtigen Weichen stellen“, brachte es die Referentin auf den Punkt. 
Ärztliche Versorgung – ein Thema, das bewegt
Im zweiten Vortrag stand die ärztliche Versorgung im Landkreis im Mittelpunkt – ein Thema, das für viele Pflegekräfte und Einrichtungen von entscheidender Bedeutung ist. Referent Marc Wilheine (Integrierte Sozialplanung des Landkreises Helmstedt) schilderte eindrucksvoll, wie eng die Verzahnung zwischen ärztlicher Betreuung, Pflege und sozialer Unterstützung heute sein muss, um den Bedürfnissen älterer und pflegebedürftiger Menschen gerecht zu werden. Eine Aufgabe, die immer schwieriger wird anhand der immer weiter abnehmenden Zahl an Ärzten, insbesondere bei den Hausärzten. Es wurde deutlich, dass innovative Konzepte, etwa Telemedizin oder Medizinische Versorgungszentren künftig eine immer wichtigere Rolle spielen könnten. Die anschließende Diskussion mit dem Publikum zeigte, wie sehr dieses Thema den Alltag in Pflege und Versorgung prägt – und wie groß der Wunsch nach praxisnahen Lösungen ist.
Hospiz- und Palliativnetzwerk: Würdevoll begleiten bis zuletzt
Im dritten Impulsvortrag stellte Netzwerkkoordinatorin Sarah-Katharina Siebenborndas Regionalen Hospiz- und Palliativnetzwerks. Mit spürbarem Engagement berichtete sie von ihrer Arbeit: von der Koordination von Beteiligten im Netzwerk zur Begleitung schwerkranker Menschen, von Kooperationen zwischen Pflege, Medizin und
Ehrenamt – und von dem Ziel, jedem Menschen ein würdiges, selbstbestimmtes Lebensende zu ermöglichen. Sie verdeutlichte, dass das entstandene Netzwerk viele Vorteile für die Betroffenen hat, aber auch für die beteiligten Akteure, sodass diese ihre Expertise bestmöglich bündeln können.
Fazit: Vernetzung als Schlüssel für die Zukunft
Am Ende der Konferenz stand ein klares Fazit: Pflege braucht Vernetzung, Austausch und gemeinsames Handeln. Die Mischung aus fundierten Informationen, inspirierenden Vorträgen und lebendigen Diskussionen machte die Veranstaltung zu einem echten Gewinn für alle Beteiligten.
„Es war spannend, informativ und motivierend zugleich“, so das Resümee von Sabine Kretschmann, Leiterin des Geschäftsbereichs Soziales. „Man spürt, dass viele Beteiligte hier wirklich etwas bewegen wollen.“
Mit vielen Ideen, Kontakten und Impulsen gingen die Gäste nach Hause – und mit dem guten Gefühl, Teil eines starken Netzwerks zu sein, das sich für eine zukunftsfähige Pflege im Landkreis Helmstedt engagiert.

