Viele Paare oder Familien sind angesichts der Not unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge grundsätzlich bereit, solche Kinder und Jugendlichen aufzunehmen. Oft aber überwiegen die Bedenken: Kann ein Zusammenleben angesichts unterschiedlicher kultureller Hintergründe funktionieren? Wie lässt sich die Sprachbarriere überwinden? Und wie kann man mit den ganz normalen Schwierigkeiten junger Teenager fertig werden?
Mit diesen Fragen werden Pflegeltern natürlich nicht allein gelassen. Der Pflegekinderdienst organsiert zu diesem Thema Schulungen und berät die Pflegeeltern bei erzieherischen und ausländerrechtlichen Fragestellungen. Natürlich ist die Sprache ein Problem, das sich nicht ignorieren lässt. Das Jugendamt vermittelt bei Bedarf die Übersetzung durch Dolmetscher an und übernimmt die Kosten. Was der Landkreis Ihnen zudem bietet, ist ein Pflegegeld nach der jeweils gültigen Beihilferichtline. Der aktuelle monatliche Pflegesatz bewegt sich bei ca. 1800€. Zudem erhalten Pflegeeltern auch eine Erstausstattung, damit der Wohnraum entsprechend eingerichtet werden kann.
Weniger geregelt ist dagegen, welche jungen Menschen zu uns kommen und ein neues Zuhause brauchen. Der kulturelle Hintergrund kann variieren und ist letztlich von weltpolitischen Ursachen bestimmt, die eine Flucht aus bestimmten Ländern notwendig machen. Auch die Persönlichkeit ist so einzigartig, wie Menschen eben sind.
Die meisten Jugendlichen kommen im Alter zwischen 15-17 Jahren nach Deutschland und sind überwiegend männlich. Das hat den einfachen Hintergrund, dass jüngere Menschen nur sehr selten allein in ein fremdes Land flüchten (können).
Dieser Umstand bedeutet, dass die Zeitspanne der Begleitung durch eine Pflegefamilie nur wenige Jahre umfasst. Das macht den Zeitraum der Begleitung einerseits überschaubarer, andererseits wird die emotionelle Bindung in der Regel aber weniger stark sein, als bei Kindern, die von Geburt an im Haushalt leben. Ob ein bestimmter junger Mensch aufgenommen wird, bleibt aber bis zuletzt die Entscheidung der Pflegeeltern selbst.
Was müssen Sie selbst mitbringen, damit das Pflegeelterndasein gelingen kann?
Grundsätzlich brauchen Sie Geduld, wie es bei Jugendlichen aller Nationalitäten erforderlich ist. Zudem brauchen Sie ein hohes Maß an Toleranz, um dem Anderssein in kultureller aber auch menschlicher Hinsicht einen Raum zu geben. Gleichzeitig ist es gut, wenn Sie vermitteln können, was in unserer Gesellschaft richtig oder falsch ist.
Wenn Sie ein grundsätzliches Interesse haben, dann wenden Sie sich an den Pflegekinderdienst des Landkreises Helmstedt - vorzugsweise unter der Mail pflegekinderdienst@landkreis-helmstedt.de. Dieser wird dann einen Termin mit Ihnen für ein gemeinsames Gespräch vereinbaren.

