Auf Einladung der ADHS-Selbsthilfegruppe (ADHS-SHG) war Frau Prof. Dr. Kerstin Krauel von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg nach Helmstedt gekommen und eröffnete die Reihe mit dem Vortrag „Was ist ADHS – und was nicht?“.
Auf Frau Prof. Dr. Krauel wurde die ADHS-SHG aufmerksam, weil Mitglieder der Selbsthilfegruppe mit ihren ADHS-spezifischen Problemen Unterstützung an der Universität Magdeburg gefunden hatten.
Frau Prof. Dr. Kerstin Krauel studierte Psychologie an der Universität Kiel sowie an der University of Illinois at Urbana-Champaign (USA). Seit mehreren Jahren leitet sie die Forschungsabteilung der Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin des Kindes- und Jugendalters (KKJP). Dort untersucht sie, wie Lern- und Wahrnehmungsprozesse bei Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen positiv beeinflusst werden können. Zudem gehört sie dem Expertenteam des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG) am Standort Halle-Jena-Magdeburg an.
Auf zugleich leicht verständliche und sehr empathische Weise gelang es Prof. Dr. Krauel, das Publikum mitzunehmen und komplexe Zusammenhänge rund um ADHS anschaulich zu vermitteln.
Dabei ging sie ausführlich auf typische Begleiterscheinungen von ADHS wie Depressionen, Ängste, Suchterkrankungen, Legasthenie und psychosomatische Beschwerden ein. Sie machte deutlich, dass diese Begleiterscheinungen insbesondere bei Menschen mit nicht diagnostizierter ADHS zu schwerwiegenden Folgen führen können.
In ihrem Vortrag betonte Prof. Dr. Krauel außerdem, dass ADHS nach aktuellem wissenschaftlichem Stand nicht auf falsches Erziehungsverhalten zurückzuführen ist, sondern überwiegend angeborene Ursachen hat. Wörtlich sagte sie: „Nicht nur, dass Selbstvorwürfe niemandem helfen – es ist auch nicht richtig, wenn sich beispielsweise Eltern mit Schuldgefühlen quälen. Diese Vorwürfe sind nachvollziehbar, aber völlig unbegründet.“
Die zweite Veranstaltung der Vortragsreihe ist für Juli 2026 geplant. Im Mittelpunkt stehen dann die besonderen Herausforderungen von Menschen mit ADHS beim Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter. Unter dem Titel „ADHS im Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter / ADHS 18–24“ wird die Veranstaltung im Juli 2026 stattfinden.
Was ist ADHS und was nicht
Was ist ADHS und was nicht
Gelungener Auftakt der ADHS-Veranstaltungsreihe-Helmstedt 2026
Mit einer sehr gut besuchten Auftaktveranstaltung im Ratssaal des Rathauses Helmstedt ist die ADHS-Vortragsreihe Helmstedt 2026, die unter der Schirmherrschaft von Ratsfrau Frau Radeck und Bürgermeister Herrn Schobert steht, erfolgreich gestartet.
Meldung vom 29.05.2026
